Siquijor – Die magische Insel der Visayas: Reisetipps, Highlights & Anreise
Siquijor ist eine kleine, fast unscheinbare Insel mitten in den Visayas, und doch umrankt von Mythen, alten Geschichten und einer guten Portion Inselfeeling.
Hier gibt’s keine Mega-Attraktionen, die dich im Minutentakt durch ein Programm hetzen. Stattdessen: Strände, Natur, kleine Abenteuer – und das Gefühl, einfach mal nichts zu müssen.
Siquijor gehört zusammen mit Bohol und Cebu zur Inselgruppe der Visayas – und ist die kleinste der drei. Perfekt fürs Inselhopping, weil die Entfernungen so kurz sind, dass du ganz easy per Boot von einer Insel zur nächsten hüpfen kannst.
Früher war Siquijor als „Insel der Hexen“ bekannt – bis heute gibt es viele spirituelle Heiler. Manche Einheimische glauben noch immer, dass die Insel eine besondere Energie hat. Wer neugierig ist, kann sich über Locals zu einem Heiler führen lassen. Wer lieber einfach Sonne und Meer genießt, wird davon im Alltag kaum etwas bemerken.
Anreise nach Siquijor
Von Moalboal (Cebu) hast du zwei Möglichkeiten:
1. Über Cebu City
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Bus zurück nach Cebu City
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Fähre direkt nach Siquijor (12go.asia ist hier super praktisch)
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Vom Busbahnhof zum Hafen mit Tricycle oder Grab
2. Über Negros
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Bus nach Liloan Hafen
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Fähre nach Sibulan (20 Min., ca. 2 €)
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Tricycle zum Dumaguete Port
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Fähre nach Siquijor (vor Ort oder vorab über 12go.asia)
Falls dir schnell schlecht wird oder du wackelige Boote nicht magst – nimm Route 1.
Von Bohol
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Fähre von Tagbilaran nach Siquijor (1,5–2 Std.)
Plane auf jeden Fall einen vollen Reisetag ein. Ich hab mir anfangs immer Sorgen gemacht, ob das auf den Philippinen alles so klappt wie beispielsweise in Thailand. Tut es! Vielleicht ein bisschen chaotischer, aber am Ende kommt man wirklich immer irgendwie ans Ziel.
Erlebnisse auf Siquijor
Siquijor hat nicht die eine Top-Sehenswürdigkeit – es geht hier um den Vibe:
Scooter mieten, die Insel umrunden, anhalten, wo es schön ist.
Aber ein paar Dinge sind trotzdem richtig cool:
Mt. Bandilaan Nationalpark
Fast bis zum Turm kannst du mit dem Sciiter hochfahren. Es geht ein Stück durch den Wald, bevor du auf einen Parkplatz triffst. Einige Stufen zu Fuß nach oben – und dann: 360°-Ausblick über die ganze Insel. Stellenweise sieht man bis zum Meer.
Viewpoints wie Bintangan Peak
Kleine Wanderungen (ca. 20 Minuten) führen dich zu Aussichtspunkten mit grandioser Sicht. Viele findest du einfach, wenn du mit dem Scooter die Insel erkundest.
Wir haben auf dem Weg zum Butterfly Sanctuary den Bintangan Peak erkundet.
Old Enchanted Balete Tree
Ein mächtiger Ficus-Baum, für Einheimische heilig. Man sagt, er sei ein Tor zu den Vorfahren. Inzwischen ist er touristisch erschlossen (Eintritt, Souvenirshop), was ihm leider etwas den Flair nimmt. Er ist aber immer noch sehenswert. Direkt davor gibt’s einen kleinen Teich mit Knabberfischen zum Füße baumeln lassen.
Butterfly Sanctuary
Mitten im Grünen, etwas abseits der Hauptstraße, liegt dieses kleine Paradies für Schmetterlinge. Das Sanctuary ist kein typischer Touri-Spot, sondern das Herzensprojekt einer Familie, die sich seit Jahren für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzt. Der Eintritt von 100 Pesos (ca. 1,50 €) ist im Grunde eine kleine Spende für die Pflege der Anlage und die Zuchtprogramme.
Du kannst hier verschiedenste Schmetterlingsarten sehen – von winzigen, zarten Exemplaren bis hin zu leuchtend bunten Faltern, die aussehen, als wären sie direkt aus einem Kinderbuch geflogen. Wenn der Besitzer da ist, nimm dir unbedingt Zeit für ein Gespräch. Er erzählt mit einer Mischung aus Fachwissen und Leidenschaft, wie die Tiere gezüchtet, gepflegt und jährlich teilweise in die Freiheit entlassen werden.
Rechne für den Besuch vielleicht 20–30 Minuten ein. Es ist kein riesiger Ort, aber einer, der dir mit Sicherheit ein Lächeln ins Gesicht zaubert – und sich gut mit einem Scooter-Ausflug über die Insel verbinden lässt.
Wasserfälle & Naturpools
Siquijor ist übersät mit kleinen Naturjuwelen, die oft nur ein paar Minuten vom Hauptweg entfernt liegen. Manche sind bekannt, andere findest du nur, wenn du dich treiben lässt.
Die bekanntesten sind die Cambugahay Falls – drei Stufen türkisblaues Wasser, umgeben von tropischem Grün. Schön? Absolut. Ruhig? Meistens nicht. Viele kommen hierher für das perfekte Instagram-Foto, und es gibt sogar Seile zum Hineinschwingen (gegen eine kleine Gebühr). Wenn du das volle Naturerlebnis ohne Menschenmassen möchtest, komm früh am Morgen oder überlege, ob es nicht eine ruhigere Alternative sein darf.
Eine davon sind die Lugnason Falls – mehrstufig, mit natürlichen Pools, in denen du herrlich baden kannst. Hier ist es oft entspannter, und du hast eher das Gefühl, einfach irgendwo in der Wildnis gelandet zu sein.
Und dann gibt es noch unzählige kleine Wasserfälle auf der ganzen Insel. Frag einfach Locals oder halte unterwegs Ausschau nach handgemalten Schildern am Straßenrand. Meist kostet der Eintritt nur ein paar Pesos, und oft bist du dort fast allein. Das ist für mich der wahre Zauber von Siquijor.
Fazit
Siquijor ist für mich weniger „sehen und abhaken“ und mehr „fühlen und genießen“.
Die Strände, das Grün, die freundlichen Menschen – und dieser leichte Hauch von Mystik, der immer ein bisschen in der Luft liegt. Wenn du Lust auf Inselfeeling ohne Massentourismus hast und Bohol & Cebu sowieso auf deiner Route stehen, bau Siquijor unbedingt mit ein.



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